Golfreiseführer • Schottland • Zentralschottland

Golf in Perthshire: unterwegs im Land der schottischen Könige

Perthshire liegt in der Mitte Schottlands, eine Autostunde von Edinburgh entfernt, und vereint drei große Heideplätze: James Braids King's Course und Jack Nicklaus' PGA Centenary in Gleneagles sowie Blairgowrie Rosemount, entworfen von Alister MacKenzie und von Braid überarbeitet. Man kommt wegen des Golfs zwischen Heide und Kiefern, geschützt vor dem Wind der Links, wegen eines Restaurants mit zwei Michelin-Sternen, alter Gasthäuser und des Whiskys. Die beste Zeit ist Mai bis September.

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Zwischen den Ochil Hills im Süden und den ersten Ausläufern der Grampians im Norden liegt die Region, in der Schottland seine Könige über Jahrhunderte auf dem Moot Hill von Scone krönte. Es ist auch das Land des Inlandsgolfs: Plätze auf offener Heide, zwischen Heidekraut, Ginster, Waldkiefern und Birken, auf sandigem Boden, der den Regen rasch schluckt. Der Wind spielt hier eine kleinere Rolle als an der Küste, Präzision eine größere. James Braid hat hier zwei seiner gelungensten Entwürfe hinterlassen.

Gleneagles, 1924 von der Caledonian Railway eröffnet, ist nach wie vor das Zentrum: drei Meisterschaftsplätze, ein Bahnhof gleich nebenan und ein Restaurant mit zwei Michelin-Sternen im eigenen Haus. Keine Stunde nordöstlich bietet Blairgowrie die zweite große Adresse der Grafschaft, zurückhaltender, in einem Kiefernwald, in dem Greg Norman 1977 seinen ersten Titel auf der European Tour gewann.

Weiter nördlich öffnen Pitlochry und das Tal des Garry das Tor zu den Highlands: Destillerien, bewaldete Schluchten, Blair Castle und kleine Häuser, in denen man so gut isst wie in den großen Städten. Vier bis sechs Nächte genügen, um alle drei Plätze ohne Eile zu spielen und noch einen Tag für Whisky, Geschichte oder eine Waldwanderung freizuhalten.

Die Plätze

Heidegrün umgeben von Heidekraut und Birken, Bunker mit Rasenwänden, Waldkiefern im Hintergrund

Gleneagles King's Course

  • Architekt: James Braid
  • Eröffnet 1919
  • 18 Loch
  • Par 70

Der 1919 eröffnete King's Course gilt als James Braids Hauptwerk und zieht sich über die Höhenrücken des Gleneagles-Anwesens, mit Blick auf die Ochil Hills und bei klarem Wetter auf die Gipfel der Grampians. Die Fairways wogen zwischen Heidekraut und Ginster, mehrere Annäherungen sind blind, und die Grüns verteidigen sich eher durch ihr Gefälle als durch Länge. Jede Bahn trägt einen Namen auf Scots, von Dun Whinny zum Auftakt bis King's Hame zum Schluss. 1921 fand hier ein Match zwischen britischen und amerikanischen Profis statt, das oft als Vorläufer des Ryder Cup gilt. Für jedes Spielniveau geeignet, sofern man bereit ist, mit dem Gelände zu spielen.

Signature-Loch. Die 13, Braid's Brawest, hielt Braid selbst für die beste Bahn des Platzes: ein Par 4 über 448 Yards von Weiß, bei dem der Bunker Auld Nick auf den zu weit links geschlagenen Drive wartet.

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Gleneagles PGA Centenary Course

  • Architekt: Jack Nicklaus
  • Eröffnet 1993
  • 18 Loch
  • Par 72

Von Jack Nicklaus entworfen und 1993 als Monarch's Course eröffnet, erhielt der Platz 2001 zum hundertjährigen Bestehen der PGA seinen heutigen Namen. Er ist der Platz der großen Turniere: Der Ryder Cup 2014 und der Solheim Cup 2019 wurden hier ausgetragen. Länger und offener als seine beiden Nachbarn, bietet er breite Fairways und erhöhte Grüns, von jedem Abschlag mit den Ochil Hills im Hintergrund. Er belohnt beständige Ballstriker, doch fünf Abschlagsboxen machen ihn auch für höhere Handicaps gut spielbar.

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Blairgowrie Rosemount

  • Architekt: Alister MacKenzie; James Braid (1934)
  • Eröffnet 1927
  • 18 Loch
  • Par 72

Der 1889 gegründete Blairgowrie Golf Club beauftragte Alister MacKenzie bereits 1914 mit der Erweiterung seines Platzes; der Krieg verschob die Eröffnung der 18 Löcher auf 1927. Anfang der 1930er-Jahre überarbeitete James Braid den Kurs, und gespielt wird heute vor allem seine Routenführung, mit wieder geöffneten Originalbunkern. Schneisen aus Kiefern und Birken, Heidekraut, Stille: Rosemount ist ein Waldplatz, der mehr Präzision als Kraft verlangt. Greg Norman gewann hier 1977 das Martini International, seinen ersten Sieg in Europa.

Signature-Loch. Die 17, Plateau, ist ein Par 3 mit zweistufigem Grün: Nehmen Sie genug Schläger, um die richtige Ebene zu erreichen und einen Dreiputt zu vermeiden.

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Wo man wohnt

The Gleneagles Hotel

Im Juni 1924 von der Caledonian Railway eröffnet, die am Ende ihrer Strecke einen Landpalast wollte, thront Gleneagles über seinen drei Plätzen bei Auchterarder, mit Spa, Falknerei, Angeln und Reiten. Die Abschläge liegen wenige Gehminuten von den Zimmern entfernt, der Bahnhof wenige Autominuten. Das Restaurant Andrew Fairlie im Hotel nimmt eigene Reservierungen an: Buchen Sie es direkt, gleichzeitig mit dem Zimmer.

Ballathie House Hotel

Das 1880 am Ufer des Tay bei Kinclaven erbaute Haus im Scottish-Baronial-Stil liegt inmitten eines Lachsfischerei-Anwesens und ist seit 1972 Hotel; die spätere Queen Mother tanzte hier 1922 auf einer House Party. Fragen Sie nach einem Zimmer im ersten Stock des Riverside House, mit Balkon über dem Fluss. Rosemount liegt rund zwanzig Minuten entfernt, und das Hotel erhält Vorzugs-Greenfees in Blairgowrie.

The Fortingall

1891 vom Architekten James Maclaren für den Reeder Sir Donald Currie erbaut, zählt The Fortingall zu den bemerkenswertesten Beispielen der Arts-and-Crafts-Bewegung in Schottland. Vom Eigentümer, dem Interior-Label Anbôise, restauriert, verbindet es historische Holzvertäfelungen, handgefertigte Möbel und Antiquitäten. Bestellen Sie zum Dinner Hirsch oder Lamm vom eigenen Gut und besuchen Sie danach die mehrere Jahrtausende alte Eibe von Fortingall auf dem Kirchhof nebenan. Gleneagles liegt etwa eine Autostunde entfernt.

Weiß gekalktes Landhaus mit Schieferdach, Rasen und Garten vor einem bewaldeten Hügel im Herbst

Wo man isst

Restaurant Andrew Fairlie

Das 2001 im Hotel Gleneagles eröffnete Restaurant trägt den Namen seines 2019 verstorbenen Gründers und wird bis heute von Stephen McLaughlin geleitet, der vom ersten Tag an Küchenchef ist. Zwei Michelin-Sterne, ein Speisesaal mit dunkler Holzvertäfelung und eine Küche mit französischem Herzen und schottischer Seele, versorgt aus einem ummauerten Küchengarten. Bestellen Sie den hausgeräucherten Hummer mit Limetten-Kräuter-Butter, das Signaturgericht. Nur abends geöffnet.

The Meikleour Arms

Das Gasthaus von 1820 gehört zum Gut Meikleour, das die Mercers of Perth 1162 erwarben und das seit Langem mit Frankreich verbunden ist: Serviert wird Landküche mit französischem Akzent. Bestellen Sie Hirsch oder Rind vom Gut, zerlegt vom hauseigenen Metzger, und an der Bar ein Pint The Lure of Meikleour. Der Lansdowne-Platz in Blairgowrie, zehn Minuten entfernt, ist nach dem Großvater des Eigentümers benannt.

Moulin Inn

Im Weiler Moulin, gut einen Kilometer von Pitlochry, empfängt das Gasthaus seit 1695 Reisende und ist bis heute der Pub der Einheimischen. Die 1995 in der alten Kutschenremise gleich gegenüber eröffnete Brauerei lässt sich werktags kostenlos besichtigen. Bestellen Sie an der Theke das Ale of Atholl oder das mit heimischem Honig gebraute Old Remedial, dazu großzügige Pubküche. Der Weg auf den Ben Vrackie beginnt gleich oberhalb des Dorfes.

Jenseits des Golfs

Scone und der Stone of Destiny

In Scone wurden die schottischen Könige auf dem Moot Hill gekrönt, sitzend auf dem Stone of Destiny. Der heutige Palast, Anfang des 19. Jahrhunderts für die Earls of Mansfield neu errichtet, ist samt Gärten und Pinetum zu besichtigen. Der Stein selbst, 1296 nach London gebracht und später in Edinburgh aufbewahrt, ist seit 2024 im Perth Museum im alten Rathaus ausgestellt, wenige Minuten entfernt.

Glenturret und die Whisky-Route

Die 1763 gegründete Glenturret-Destillerie in Crieff beansprucht den Titel der ältesten noch aktiven Destillerie Schottlands. Führungen und Tastings sollten Sie im Voraus buchen; sie lassen sich gut mit einem Mittagessen nach einer Runde in Gleneagles verbinden. Weiter nördlich bietet Pitlochry zwei weitere Destillerien, Blair Athol im Ort und Edradour auf der Anhöhe, für einen gut gefüllten Ruhetag.

Killiecrankie und Blair Castle

Am Pass of Killiecrankie führt ein Waldweg am Garry entlang zum Soldier's Leap, über den ein Regierungssoldat nach der Schlacht von 1689 vor den Jakobiten gesprungen sein soll. Wenige Kilometer entfernt beherbergt Blair Castle die Atholl Highlanders, das zeremonielle Regiment des Duke of Atholl, das oft als einzige legale Privatarmee Europas bezeichnet wird.

Brauner Fluss, der durch eine herbstlich gefärbte Waldschlucht stürzt, Pfad am Ufer und leichter Nebel

Beste Reisezeit

Die Golfsaison reicht von Mai bis September: sehr lange Tage rund um den Juni, milde Temperaturen, selten über zwanzig Grad, und blühende Heide im August. April und Oktober sind noch gut spielbar, mit ruhigeren Plätzen und Herbstfarben in den Wäldern, aber kürzeren und kühleren Tagen. Im Winter muss man mit Wintergrüns und Pflegeschließungen rechnen. Die sandigen Böden der Heideplätze trocknen nach Regen schnell ab.

Anreise

Edinburgh (EDI) ist der praktischste Flughafen, rund eine Autostunde von Gleneagles wie von Perth; Glasgow (GLA) liegt ähnlich weit entfernt. Züge verbinden beide Städte mit Gleneagles, Perth und Pitlochry, und der Caledonian Sleeper verlässt London am Abend und erreicht diese drei Bahnhöfe am frühen Morgen. Vor Ort ist ein Wagen mit Chauffeur die einfachste Lösung, um die Plätze nacheinander zu spielen.

Häufige Fragen

Welcher ist der beste Golfplatz in Perthshire?

Der King's Course in Gleneagles, von James Braid entworfen und 1919 eröffnet, zählt regelmäßig zu den besten Inlandsplätzen Großbritanniens. Blairgowrie Rosemount im Kiefernwald ist der zweite große Klassiker der Grafschaft.

Wie viele Golfplätze hat Gleneagles?

Drei 18-Loch-Meisterschaftsplätze, den King's, den Queen's und den PGA Centenary, dazu den Wee Course, einen 9-Loch-Platz aus Par-3-Bahnen.

Wann ist die beste Zeit für Golf in Perthshire?

Von Mai bis September, wenn die Tage lang und die Plätze in bestem Zustand sind. April und Oktober sind ruhiger, aber kühler, und die Plätze in Gleneagles schließen gegen Saisonende abwechselnd zur Pflege.

Welcher Flughafen ist am besten für eine Golfreise nach Gleneagles?

Edinburgh, rund eine Autostunde entfernt. Je nach Flugverbindung ist Glasgow eine gute Alternative, und der Zug hält direkt am Bahnhof Gleneagles.

Kann man in Blairgowrie ohne Mitgliedschaft spielen?

Ja. Der Club empfängt Gäste auf Rosemount, Lansdowne und dem Wee Course, mit Online-Buchung; an Wettspieltagen der Mitglieder sind Startzeiten knapper.

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